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Crossroads Foundation

Helfen im Auftrag Gottes

Ob in Hamburg oder im Südsudan: Die Crossroads Foundation setzt sich für Kinder weltweit ein. Ihr Patenschaftsmodell schafft Nähe zu geförderten Projekten.

Sonntagmorgen in Hamburg- Finkenwerder. Pastor Reinhard Brunner hält vor Beginn des Gottesdienstes einen leeren Pizzakarton hoch, auf dem Viertel eingezeichnet sind. „So groß ist ein Stück“, ruft er, während Kinder und Eltern ihre Bestellungen auf Stimmzetteln ankreuzen. Nach der Predigt, wenn der Lieferdienst die ofenfrischen Pizzen in die neugotische Backsteinkirche gebracht hat, werden alle miteinander essen. „Das hätte Otto Gies, dem Gründer der Crossroads Foundation, sicher gut gefallen“, sagt Brunner. „Denn er mochte es bunt und unkonventionell und wollte auch im Christentum immer neue Wege beschreiten. Genau das verband uns – neben dem Glauben. Ich musste deshalb nicht lange überlegen, als er mich vor etwa sieben Jahren fragte, ob ich mit ihm eine Stiftung gründen möchte.“

Unternehmer, Christ und Stifter

Der Unternehmer Otto Gies hatte mit der Produktion von anatomischen Lehrmaterialien Erfolg. Nach dem Verkauf seiner Firma übertrug er einen Teil des Erlöses in die neu gegründete, gemeinnützige Crossroads Foundation.

Gemeinsam mit sechs Wegbegleitern engagierte er sich bis zu seinem Tod im Jahr 2023 vor allem für Bildungsprojekte im Globalen Süden und für Kinder in Armut. Heute führen die Vorstandsmitglieder – Familienangehörige, Theologen und Unternehmer – sein Erbe engagiert fort. Sie unterstützen Bildungs- und Jugendprojekte wie die Betreuung von Flüchtlingskindern auf Lesbos oder die Rehabilitation ehemaliger Kindersoldaten im Kongo. Brunner lernte Gies Mitte der 1990er-Jahre kennen, als er junger Pastor in Hamburg-Bramfeld war. Gies expandierte damals mit seiner Firma rasant und war oft wochenlang auf Reisen. „Während andere Manager ihre Wochenenden zur Erholung nutzten, leitete er als Vorsitzender des Gemeinderats Kulturprojekte und initiierte gemeinsam mit mir den Bau eines Gemeindehauses. Für einen viel beschäftigten Unternehmer war das nicht selbstverständlich“, so Brunner.

Doch Gies, dessen Vater Bergbauarbeiter war und die Mutter Krankenschwester, wollte der Gesellschaft etwas zurückgeben. „Er hatte stets das Gefühl: ‚Gott hat es gut gemeint mit mir‘“, erinnert sich Brunner. Eine Geschäftsreise nach Vietnam wurde zum Schlüsselmoment: Der Geschäftsmann besuchte ein Kinderheim und war überwältigt von der Armut und dem Leid, das er dort sah. „Das war für ihn wie ein Auftrag Gottes: Du hast die Mittel, also musst du handeln“, erzählt Brunner. Diese Erfahrung legte den Grundstein für die Crossroads Foundation.

Patenschaft mit Herzblut

Ein besonders anschauliches Beispiel für die Arbeit der Stiftung ist die Unterstützung des Vereins Stadtinsel. In Vierteln wie Wilhelmsburg bietet der Träger verschiedener christlicher Projekte Kindern einen sicheren Ort. Die Jungen und Mädchen, oftmals von Fluchterfahrung oder Armut geprägt, kommen in sogenannten „Kindertreffs“ zusammen. Sie basteln, spielen oder studieren kleine Bühnenprogramme ein. „Aber das Wichtigste, was wir ihnen vermitteln wollen, ist: Schön, dass du da bist! Denn für viele ist dieses Gefühl leider keine Selbstverständlichkeit“, sagt Tim Schindler, Leiter der Stadtinsel.

Der Verein steht für das Patenschaftsmodell der Stiftung: Jedes Vorstandsmitglied der Crossroads Foundation übernimmt ein Projekt und hält persönlichen Kontakt zu der Organisation. So macht sich Leonardo Peclat, Stiefsohn von Otto Gies, seit drei Jahren für die Stadtinsel stark. „Tim Schindler und ich kennen uns schon lange über die christliche Gemeindearbeit, wir haben uns in der Sternschanze um benachteiligte Kinder gekümmert“, erzählt er. „Dass ich nun als Vorstandsmitglied der Crossroads Foundation eine Möglichkeit gefunden habe, dieses Engagement fortzusetzen, macht mich sehr glücklich.“ Schindler nickt: „Es ist wirklich eine Herzensangelegenheit für uns.“

Der Name der Stiftung bringt diese Haltung auf den Punkt: „Cross“ steht für das Kreuz als Zeichen des Glaubens, „Crossroads“ für Kreuzungspunkte, an denen Menschen aufeinandertreffen und Nächstenliebe in Form von Ideen und Projekten auf den Weg bringen. Brunner: „Das, was zählt, ist die Gemeinschaft – egal, ob hier oder am anderen Ende der Welt.“