Stiftung zur Förderung des naturwissenschaftlichen Unterrichts
„Die Naturwissenschaften sind mein Zuhause“
Dr. Ralf Egges Stiftung hat eine Schautafel finanziert, die nun im Garten einer Sittensener Schule steht
Wie wird MINT-Unterricht noch spannender? Wie besonderes Engagement sichtbarer? Dr. Ralf Egge hilft mit seiner Stiftung, Naturwissenschaften erlebbar zu machen.
Herr Dr. Egge, mit Ihrer 2019 gegründeten Stiftung wollen Sie Lehrkräfte beim naturwissenschaftlichen Unterricht, aber auch Lernende aller Altersgruppen
unterstützen. MINT-Themen liegen Ihnen am Herzen?
Dr. Ralf Egge: Ich bin von Haus aus Chemiker und war in unterschiedlichen Bereichen tätig – in der Industrie, in der Forschung, im Ausland und auch als Lehrer. Als ich in Rente ging, kinderlos, und etwas Geld übrig hatte, kam mir 2019 die Idee, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Und die Naturwissenschaften sind mein Zuhause. An der Chemie fand ich zum Beispiel immer spannend, mit eigenen Händen etwas auszuprobieren. Meine Erfahrung ist: Bei Experimenten geht es von den Fingerspitzen ins Gehirn. Unterrichtsstoff kommt ganz anders an, als wenn man nur über Sachverhalte liest. Außerdem: Die MINT-Fächer tun sich im Schulkontext bekanntlich schwer. Da möchte ich mit meiner Stiftung zur Förderung des naturwissenschaftlichen Unterrichts helfen.
Wie genau sieht diese Hilfe aus?
Dr. Egge: Die Hilfe kann ganz unterschiedlich aussehen: Wir wollen einerseits Lehrkräfte bei der Gestaltung ihres Unterrichts finanziell unterstützen, andererseits aber auch den Kindern Lernmöglichkeiten außerhalb der Klassenräume ermöglichen, etwa indem wir Teilkosten für Exkursionen übernehmen. Außerdem möchten wir besondere Leistungen Einzelner würdigen – egal, ob sie Referendare sind oder Schüler. Zuletzt haben wir zum Beispiel einen Preisträger des Niedersächsischen Lehrkräftepreises unterstützt, dessen Unterrichtskonzept zu Klima- und Nachhaltigkeitshemen uns beeindruckt hat.
Wie erfahren Lehrer davon, dass es Ihre Stiftung gibt?
Dr. Egge: Von mir! Ich gehe aktiv auf Schulen zu und rede mit den Schulleitungen, die dann wiederum ihre Fachbereiche informieren. So kam es, dass mich eine Lehrerin der Kooperativen Gesamtschule an meinem Wohnort in Sittensen angesprochen hat. Sie wollte den Schulgarten auf Vordermann bringen und ihn dann als grünes Klassenzimmer nutzen.
Deshalb steht dort seit dem Spätsommer eine Schautafel?
Dr. Egge: Genau. Wenn nun im Biologieunterricht Pflanzen erklärt werden, kann man das viel anschaulicher in der freien Natur beobachten, sie anfassen und riechen. Der Innenhof der Schule wurde in Eigenregie mit einheimischen Pflanzensorten wie Kornblumen bepflanzt. Auch ein Insektenhaus steht jetzt dort. Meine Stiftung hat eine Schautafel finanziert, die beim Unterricht im Grünen genutzt werden kann. Lehrkräften, die so Initiative zeigen, möchte ich gerne über die Hürden des Schulbudgets hinweghelfen.